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Textillexikon - Seide

Seide

Textillexikon - SeideSeide ist sowohl eine Naturfaser als auch ein Filament (= Endlosfaser). Mit Filament bezeichnet die Textilindustrie Fasern mit mindestens 1000 Meter Länge. Zu diesen Endlosfasern zählen Chemiefasern und Naturseide. Seide unterscheidet sich damit grundsätzlich von anderen Naturfasern, denn sie wird nicht mittels eines Spinnvorgangs gewonnen. Seide ist das Produkt eines Schmetterlings, genauer gesagt eines Nachtfalters. Es gibt viele Arten von Schmetterlingen, deren Puppen sich in einem Kokon verspinnen und deren Seidenfaden für die Stoffherstellung Verwendung findet. Die traditionell wichtigste Falterart ist allerdings der Seiden- bzw. Maulbeerspinner, denn diese Gattung ist für die Zucht geeignet. Während der ausgewachsene Schmetterling nur zwei bis drei Tage lebt und keine Nahrung aufnehmen kann, entwickeln seine Raupen einen starken Appetit und müssen mit großen Mengen Maulbeerbaumblättern gefüttert werden. Um sich zu verpuppen, produziert die Raupe das Eiweiß Fibroin und den Seidenleim Serizin. Während des Spinnvorgangs sondert die Raupe beide Stoffe an die Luft ab, wo sie sofort verkleben und aushärten. In weiteren aufwändigen Produktionsschritten entsteht aus diesem Kokonfaden die wertvolle Textilseide.

Seidenstoff hat neben dem charakteristischen Glanz viele weitere Eigenschaften, die einen hohen Tragekomfort bewirken.
Seidenkleidung ist saugfähig und isoliert gut. Seide vermittelt sowohl bei kalten Temperaturen als auch bei Hitze ein angenehmes Tragegefühl. Sie trocknet relativ schnell und fühlt sich fein, leicht und geschmeidig an. Verglichen mit Baumwolle oder Leinen ist Seide knitterarm.
Anders als beispielsweise bei Wolle gibt es für Seide kein Gütesiegel, das über die Qualität der Seidenstoffe Auskunft gibt. Die teuerste Seide ist die sogenannte Haspelseide. Bei der Produktion von Haspelseide fallen 80 % Material"abfälle" an, die zu preisgünstigeren Seiden wie Bourette-, Florett- und Schappeseide, verarbeitet werden.
Reine Seide sollte chemisch gereinigt werden. Tussahseide und gewaschene Seide können schonend von Hand gewaschen werden und eignen sich daher für Kleidungsstücke des täglichen Gebrauchs. Haspelseide wird vorwiegend zu exklusiven Wohntextilien oder besonderen Festkleidungen verarbeitet.