Textillexikon - Wildseide

Wildseide

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Was ist Wildseide?

Im Gegensatz zu der Seide von gezüchteten Maulbeerspinnern wird Wildseide von Schmetterlingsarten gewonnen, die sich nicht zur Zucht eignen. Bei diesen handelt es sich unter anderem um die Tussahspinner und den Eichenseidenspinner.

Bei diesen Arten wird der Kokon erst dann zur Seidengewinnung verwendet, wenn die Schmetterlingsraupen bereits geschlüpft sind. Hierdurch wird den Tieren also kein Schaden zugefügt. Allerdings wird durch das Durchbohren des Kokons die Seide zerrissen. Hierdurch entsteht eine der charakteristischen Eigenschaften der Wildseide: eine leicht noppige und eher unregelmäßige Struktur.

Eigenschaften der Wildseide

Gewebte Wildseide weist eine glänzende Oberfläche auf, die von leichten Verdickungen durchsetzt ist. Der Stoff ist sehr reißfest und hat einen temperaturausgleichenden Effekt. Das bedeutet, dass die Wildseide im Sommer leicht kühlend und im Winter wärmend wirkt. Zudem ist sie gut hautverträglich, wodurch sie sich auch für Menschen mit empfindlicher Haut bestens eignet.

Im Vergleich zur Seide des Maulbeerspinners lässt sich Wildseide weniger gut einfärben. Daher wird sie meist in ihrem jeweiligen Naturton angeboten. Dieser hängt wiederum von der Nahrung der Schmetterlingsraupen ab. Je größer die Menge an Gerbstoffen ist, desto dunkler wird die Seide. Je geringer der Anteil an Gerbstoffen in der Nahrung ist, desto heller ist die Färbung der Wildseide hingegen.

Waschen und Pflege der Wildseide

Ein Vorteil der Wildseide ist, dass sie pflegeleicht ist. Eine chemische Reinigung ist nicht notwendig, stattdessen kann sie in der Waschmaschine im Feinwasch- oder Handwaschgang gewaschen werden. Sie sollte allerdings zum Trocknen weder ausgewrungen noch gerieben werden, da hierdurch die Fasern beschädigt werden können. Besser ist es, die Wildseide in ein Handtuch einzuschlagen und leicht auszudrücken. Das Trocknen erfolgt dann idealerweise liegend.