Textillexikon - Hirse

Hirse

Textillexikon - HirseHirse ist ein Spelzgetreide aus der Familie der Süßgräser. Hirse wurde schon im Altertum angepflanzt, große Anbaugebiete befinden sich heute in Ostasien und Afrika. Allerdings ist der Hirseanbau auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern wieder stark im Kommen, da die Gruppe der gesundheitsbewussten Verbraucher permanent wächst. Vor der Weiterverarbeitung werden die Hirsekörner vom Spelz, ihrer natürlichen Schutzhülle, befreit. Die Spelzen werden traditionell als Füllmaterial für Kissen verwendet. Schon unsere Vorfahren benutzten solche Hirsekissen. Die sogenannte Hirsespreu hat viele positiven Eigenschaften. Die winzigen Schalen passen sich, in Kissen und Nackenhörnchen gefüllt, der Kopf- und Körperform optimal an. Kopf, Wirbelsäule und Nacken liegen auf dem Hirsekissen in einer Geraden, Verspannungen wird dadurch vorgebeugt. Hirsespelzen klumpen auch bei häufigem Gebrauch nicht zusammen und bewahren sich ihre Rieselfähigkeit. Die Härte und Höhe eines Hirsespreu-Kissens lässt sich durch Einfüllen oder Entnehmen von Schalen individuell regulieren. Hirsespreu ist temperaturausgleichend und atmungsaktiv und sorgt für ein trockenes, warmes Schlafklima.
Menschen, die sehr geräuschempfindlich sind und sich am starken Rascheln von Dinkelspreukissen stören, sollten einen Versuch mit Hirsespreu wagen. Hirsespreu ist im Vergleich zu Dinkel von feinerer Struktur und die Geräuschentwicklung dadurch geringer.
Die Reinigung der Hirsespreu erfolgt durch regelmäßiges Lüften in der Sonne.

Die Bezeichnungen kbA und GOTS stehen für Auszeichnungen, die für einen gesunden, schadstoffarmen Schlaf bürgen.
Als Erzeugnisse aus kbA -kontrolliert biologischem Anbau- gelten solche, die ohne Gentechnik, Kunstdünger, chemische Pestizide, Wachstumsregulatoren und Mastmittel produziert wurden. Die Düngung der Felder erfolgt mit Naturstoffen wie Mulch, Jauche oder Gründüngungspflanzen. Zur Schädlingsbekämpfung sind nur biologische Maßnahmen zulässig.
GOTS (Global Organic Textile Standard) zertifizierte Produkte müssen zu mindestens 70 Prozent aus biologisch erzeugten Naturfasern bestehen. In der Kombination mit dem Zusatz "kbA/kbT" ist sogar ein Anteil von 95 Prozent erforderlich.