Textillexikon - Merinowolle

Herzlich willkommen in unserer Galerie des textilen Wissens!

Haben Sie Fragen zur Produktion und Pflege von Naturmaterialien? Möchten Sie wissen, was bestimmte Qualitätssiegel bedeuten? Interessieren Sie sich für die Aussagekraft unterschiedlicher Zertifikate?
Damit Sie sich im Dschungel der textilen Fachausdrücke, Markennamen und Bezeichnungen gut zurecht finden, haben wir für Sie ein Lexikon zusammengestellt. Wir bieten Ihnen ausführliche Informationen zu den verschiedenen Naturmaterialien und synthetischen Textilfasern, beschreiben die wichtigsten Zertifikate und erläutern die gängigen Qualitätssiegel.

Wir freuen uns, wenn die gesammelten Fakten zu einem kurzweiligen, interessanten und rundum positiven Einkaufserlebnis in unserem Shop beitragen und wünschen Ihnen viel Vergnügen beim Stöbern!

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Merinowolle

Textillexikon - MerinowolleDas Merinoschaf ist eine ursprünglich aus Nordafrika stammende Schafrasse, die eine besonders begehrte Feinwollsorte liefert: die Merinowolle. Nach Europa kamen die ersten Merinoschafe im Hochmittelalter, ab dem 19. Jahrhundert gab es auch in anderen europäischen Ländern große Herden. Die Tiere werden bis auf die Haut geschoren, ein "Spitzentier" kann bis zu zehn Kilogramm Merinowolle liefern, das ist in etwa dreimal mehr als bei einem gewöhnlichen Schaf. Merinoschafe haben im Vergleich zu anderen Rassen eine vermehrte Bildung von Wollfett, was die Tiere vor Witterungseinflüssen schützt. Dennoch sind sie empfindlicher als andere Schafe. Vermutlich wurden die Merinos deswegen mit anderen Rassen gekreuzt. Mittlerweile existieren unzählige Kreuzungen, deren Wolle sich im Feinheitsgrad unterscheidet. Merino ist also nicht gleich Merino. Die Fellfarben sind in der Regel weißlich bis beige, es existieren aber auch braune Tiere. Australische Merinoschafe sind weiß, deren Wolle eignet sich daher sehr gut zum Färben in Pastelltönen.

Merinos haben ein dichtes und gleichmäßig langes Fell. Die daraus gewonnene Merinowolle ist stark gekräuselt, leicht, elastisch und weich. Merinowolle verfügt über sämtliche hervorragenden Eigenschaften wie herkömmliche Schurwolle, ist allerdings wesentlich feiner. Weitere Pluspunkte sind, dass Merinowolle nicht kratzt und auch im nassen Zustand wärmt. Letzteres macht Merinowolle für Outdoorbekleidung interessant. Der bislang stark kunstfaserdominierte Markt für Sportbekleidung wird heute durch Merinotextilien aufgemischt, namhafte Hersteller bieten mittlerweile Funktionskleidung aus Merinowolle an.
Kleidung aus Merinowolle braucht nicht häufig gewaschen werden, da sie nach dem Auslüften wieder frisch ist. Natürlich wird irgendwann eine Wäsche fällig, spätestens wenn das Kleidungsstück Flecken aufweist. Dann sollte die Merinokleidung bei maximal 30 Grad und im Wollwaschgang gereinigt werden. Die Verwendung von Weichspülmittel ist bei Merinowolle nicht angezeigt und wird besser unterlassen. Nach dem sanften Schleudern trocknen die Kleidungsstücke am besten liegend.